Informationen zur Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung wurde geschaffen, um das "Risiko Pflege" auf viele Schultern zu verteilen, so wie es zum Beispiel bei der gesetzlichen Krankenversicherung seit Jahrzehnten praktiziert wird.

Übrigens:
Das Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte Zahlen zum Risiko der Pflegebedürftigkeit:

"vor dem 60. Lebensjahr -> rund 0,6 %,
zwischen dem 60. und dem 80. Lebensjahr -> rund 3,9 %,
nach dem 80. Lebensjahr -> rund 31,8 % " (*).

Hätten Sie das gedacht?

Die Pflegeversicherung ist der einzige Zweig der Sozialversicherung, bei dem der Beitragssatz festgeschrieben wurde. Die Beitragsstabilität soll die Höhe der Lohnnebenkosten begrenzen. Deshalb sind die Leistungen der Pflegekassen, noch viel mehr als bei den Renten- oder Krankenversicherungen, eingeschränkt.
Im März 2008 hat der Bundestag umfangreiche Änderungen der Pflegeversicherung beschlossen.

(*) BMG-Webseiten "Zahlen und Fakten zur Pflegeversicherung (05/06).

Teilkasko

Die Körperpflege und die Aufnahme von Getränken und Nahrung sowie die damit verbundenen Wege, werden bei der Berechnung der "grundpflegerischen Tätigkeiten" berücksichtigt.
So wird die Hilfe auf dem Weg vom Sessel zum Tisch, wenn es um eine Mahlzeit geht, angerechnet.
Aufstehen, Mantel anziehen und Begleitung bei einem Spaziergang durch den Garten aber nicht.
Die Anleitung von Verwirrten beim morgendlichen Zähneputzen kann mit mehr als 5 Min. täglich "zu Buche schlagen", die ergotherapeutischen Übungen mit einer Schere jedoch nicht.

Um die Ausgaben zu begrenzen, werden für jede Pflegestufe nur Pauschalbeträge gezahlt. Entstehen Kosten darüber hinaus, so müssen sie
von den Pflegebedürftigen selbst getragen werden.
Wenn keine Pflegestufe bewilligt werden kann, heißt das nicht, dass keine Hilfe benötigt wird (Pflegestufe 0).
 Auch Pflegeprofis haben Schwierigkeiten, sich in dem Regelwerk der Pflegeversicherung zurecht zu finden.
So beklagte sich öffentlich ein Heimleiter, dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nur einen Zeitaufwand von 7 Min., für das abendliche "Bettfertig machen", anerkennen würde.

Wer die Begutachtungsrichtlinien kennt, der weiß, dass hier oft mehr als 20 Minuten anzurechnen sind.
Die "Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekassen zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches" (BRi) sollen den MitarbeiterInnen der Medizinischen Dienste (MDK) der gesetzlichen und privaten Krankenkassen einheitliche Maßstäbe für die Begutachtungen
an die Hand geben.
193 Seiten sind aber nicht leicht zu verdauen. So sind die Begutachteten ohne Hilfe nur selten in der Lage, die Gutachten nachzurechnen.


Die Pflegeversicherung beruht auf dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches. Dort wird bestimmt, wer "im Sinne des Gesetzes pflegebedürftig" ist. Es geht aber auch um die Finanzierung, die Sicherung der angemessenen Versorgung und die Qualität der geleisteten Pflege.
Die Neuerungen des Jahres 2002 haben die Lage nicht vereinfacht.
 Die wichtigsten monatlichen Leistungen der Pflegekassen, sind das Pflegegeld und die Sachleistungen.