Verhinderungspflege

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung.

Wenn pflegende Angehörige für einige Stunden in der Woche gelegentlich eine "Pause, Auszeit, Zeit für sich selber" nehmen möchten und sie dafür eine "Ersatz-Pflegeperson" benötigen, stehen der versicherten Person im Rahmen der Pflegeversicherung, zur Bezahlung dieser Pflegekraft 1612,00 Euro für die so genannte Verhinderungspflege zu. Es erfolgt eine Aufrechnung mit den evtl. noch nicht in Anspruch genommenen Sachleistungen bzw. dem Pflegegeld (Barbetrag).

Auch bei Krankheit oder Urlaub der Pflegeperson kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.

Hinweis: Der Betrag kann um bis zu 806,00 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI auf insgesamt bis zu 2418,00 Euro im Kalenderjahr erhöht werden.

 

Kostenübernahme

Bei einer professionellen Ersatzpflegekraft (z. B. durch unseren Pflegedienst) werden Kosten bis zu 2418,00 Euro je Kalenderjahr übernommen.
Wird die Pflege durch einen Angehörigen übernommen, der bis zum 2. Grad verwandt (z. B. Eltern, Kinder, Enkel) oder verschwägert (z. B. Schwiegereltern, Schwiegerkinder) oder mit im gemeinsamen Haushalt (z. B. Lebensgefährte) lebt, kann Verhinderungspflege bis maximal zur Höhe des jeweiligen Pflegegeldes der entsprechenden Pflegestufe übernommen werden. Auf Nachweis können dort auch notwendige höhere Kosten bis zu 1612,00 Euro im Kalenderjahr übernommen werden (z. B. Verdienstausfall).

Wird die Verhinderungspflege durch andere Bekannte oder Freunde durchgeführt, besteht die Beschränkung auf das Pflegegeld nicht. Hier werden auf Nachweis durch eine Quittung o. ä. bis zu 1612,00 Euro im Kalenderjahr übernommen.

 

Häufigkeit, Zeitgrenzen

Anspruch auf diese Finanzierung der Verhinderungspflege entsteht erst nach Ablauf der ersten sechs Pflegemonate. Die Leistung kann innerhalb der genannten Geldbeträge auf beliebig viele Tage aufgesplittet werden. Also z. B. auch jede Woche zwei Stunden.

Auskünfte und Anträge dazu bei der zuständigen Pflegekasse (das ist die jeweilige Krankenversicherung).

 

Nutzung

Von den rund 1,6 Millionen Angehörigen, die zu Hause pflegen, hätten Verhinderungspflege 2010 nur knapp 34.000 Betroffene genutzt. Offenbar müssten die Angehörigen besser informiert und die Angebote attraktiver gestaltet werden.

Für weitere Informationen stehen wir ihnen gerne zur Verfügung.
Bitte rufen Sie uns an. Telefon: 0531 3171961